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Ein zentraler Punkt der Projektarbeit ist die Produktion eines Dokumentarfilms. Er zeigt einen kleinen Ausschnitt aus der Arbeit und die Philosophie, für die atopic eintritt.

Wir begleiten Kleinfischer an der Küste Ghanas und sprechen mit ihnen über ihr Leben, ihre Arbeit. Der Fisch ist ihr Leben. Er bedeutet Nahrung, er bedeutet Arbeit. Die Küstenregionen in Ghana sind abhängig von ihm. Ob nun kleinere Fischerverbände nahe der Küste mit ihren Boote fischen oder die Menschen Arbeit in der Fischindustrie haben, die auf die hohe See ausfahren – Städte wie Winneba leben vom Fisch. Teils gut, teils schlecht. Denn Industrie und Kleinfischer sind sich nicht selten im Weg. Wir beobachten, fragen und dokumentieren, wie die Arbeits- und Lebensbedingungen in der traditionellen Fischerei heutzutage aussehen.

Wir besuchen auch die ostfriesische Stadt Emden. Emden lebte vom Fisch, ähnlich wie Winneba heute. Doch seit Jahrzehnten fahren Kutter nur noch für den Kleinbedarf aus. Emden als Zentrum des Fischfangs in Ostfriesland ist tot. Die konkurrierenden Seehäfen und neue Industriezweige veränderten die Wirtschaftsstruktur der Region, an die Tradition der Hochsee-Fischerei erinnert man sich nun noch im Form des alljährlichen Matjesfests. Emden hat einen Teil seiner Kultur, und damit seiner Identität, im Wettlauf um Wirtschaftsaufschwung und Standortverbesserung verloren.

Was können Städte wie Winneba und Emden voneinander lernen, wenn es um Verbesserung der wirtschaftlichen Situation, um Erhalt der kulturellen Identität und um das Gefühl eines erfüllten Lebens geht? In Winneba könnte durch den großen Druck der Fischindustrie Ähnliches geschehen wie in Emden. Die Fischer werden diese Entwicklung, die längst im Gange ist, nicht gänzlich verhindern können. Doch welche Erfahrung haben die Kleinfischerbetriebe aus Emden gemacht, um sich ihrer Herkunft, ihrer jahrhundertealten Tradition zu erinnern und wie könnte man sie noch bewusster leben?

Städte wie Winneba und Emden mit ursprünglich ähnlicher Struktur und wirtschaftlicher Kultur, die eine verschiedene Geschichte erlebt haben, können sich im Austausch viel geben. Die Vernetzung in der globalisierten Welt ist nicht rein wirtschaftlicher, sondern vor allem auch menschlicher Natur. Ghana als Teil und Aushängeschild der ”African Renaissance” (Thabo Mbeki, ehem. Präsident Südafrikas) kann seine Chancen nur in transnationalen Netzwerken voll nutzen. Und nur diese Netzwerke sind es, die im Film die Perspektive für eine global gerechte Welt darstellen wollen.

Die Erfahrungen, die in Deutschland/Europa lebende Afrikaner in Fragen der Interkulturalität im täglichen Leben machen und gemacht haben, sind für die Arbeit des Vereins atopic von großer Bedeutung. Sie zeigen, wie viel bereits in Belangen von Transnationalität und Toleranz erreicht wurde und wie viel noch zu erreichen ist. Unser Film wirbt für transnationale kooperative Netzwerke zwischen europäischen Staaten und Ländern wie Ghana. Die Aufgaben von atopic stellen ein Beispiel für diese Netzwerkarbeit dar. Durch das Verstärken und Intensivieren von Städtepartnerschaften zwischen Europa und Afrika werden die Menschen enger eingebunden in das Bewusstsein, ein Weltbürger zu sein.

Hierfür suchen wir noch Menschen, die ihre eigene Geschichte zu erzählen haben und am Film mitwirken wollen, damit diese Geschichten und Beispiele den Zuschauer erreichen können. Seid ihr interessiert am Thema, habt ihr etwas zu erzählen? Dann meldet euch!